Marcus Marienfeld fertigt Brillen mit Weitblick
Die Marcus Marienfeld AG mit Standort Ried-Brig fertigt Brillen, wie es sonst niemand tut: vom Rohmetall bis zur fertigen Fassung entsteht alles im eigenen Haus. Hergestellt aus Titan, indischem Wasserbüffelhorn, Carbon, Barrique-Holz, 18-karätigem Gold – und das zu 100 Prozent in der Schweiz. Firmeninhaber Marcus Marienfeld spricht über den Weg von der Goldschmiede zur einzigartigen Manufaktur für Brillen mit jeweils eigenen Geschichten und erklärt, weshalb er mit seinem Unternehmen nicht grösser werden möchte.
«18 Jahre hat es gebraucht, bis der Turnaround kam», sagt Marcus Marienfeld im Rückblick nüchtern. Im Februar 1992 eröffnete der gelernte Goldschmied und Juwelenfasser in der Briger Altstadt ein eigenes Atelier, zunächst für Schmuck, später für Brillen. Heute, 34 Jahre später, arbeiten sieben Personen in der Brillen-Manufaktur an der Gewerbestrasse in Ried-Brig. Dass es fast zwei Jahrzehnte dauerte, bis die von ihm und seiner Frau Caroline, die sich in erster Linie um die Administration kümmert, getragene Firma rentierte, hält Marienfeld für keinen Einzelfall: «Im reinen Handwerk sind zehn und mehr Jahre bis zum Durchbruch normal. Schneller schafft man das kaum.»
Marienfeld stammt aus Norddeutschland, aus der Gegend um Hannover. Ins Wallis brachten ihn zunächst die Skiferien – und ein Zufall: Über seinen Skilehrer auf der Belalp lernte er die Briger Goldschmiedin Maria Pfammatter kennen, bei der er später vier Jahre arbeitete und deren Sohn er zum Goldschmied ausbildete. Zur Brillenproduktion kam er über einen alten Weggefährten aus der Lehre, der in Kopenhagen studierte und als Abschlussarbeit drei Brillen entwarf. «Er konnte verkaufen, aber die Technik lag mir», erinnert sich Marienfeld mit einem Augenzwinkern. Drei Tage, drei Brillen – der Startschuss.






