Unternehmertum
Bericht

Regionaler geht nicht: Valaiscom ist auf Kurs

Dank ihres starken Fokus auf die Region behauptet sich die Valaiscom AG mit Sitz in Brig im hart umkämpften Telekommunikationsmarkt. CEO Pascal Ebener spricht über den Glasfaserausbau, der in den kommenden Jahren das gesamte Oberwallis erschliessen soll, über die Entwicklung seines Unternehmens und darüber, weshalb er das Internet emotionalisieren will.

«Bei uns kann die Kundschaft noch mit Fragen ins Geschäft kommen», erklärt CEO Pascal Ebener. Genau das bringe den Anspruch der Valaiscom AG auf den Punkt: «Regionaler geht nicht». Das Unternehmen hat sich die Region und ihre Menschen auf die Fahne geschrieben. Dieser Fokus ist seit der Gründung von Valaiscom im Jahr 1980 unverändert geblieben. Genauso wie der Auftrag des Unternehmens, das Angebot der Telekommunikationsdienste wie Internet, Telefonie oder Mobilfunk im Oberwallis zu verbreiten.

«Heute sind wir ein Telekommunikationsanbieter, der breit verankert und in der Region abgestützt ist», betont Ebener. Über die Jahre habe sich die Valaiscom vom reinen Infrastrukturanbieter immer mehr zu einem 360-Grad-Anbieter gewandelt, mit Dienstleistungen für Private und Geschäftskunden. Mit der stetigen Weiterentwicklung der Technologie und der Öffnung des Markts sei allerdings auch die Konkurrenz gewachsen. Ebener spricht von einem harten Verdrängungskampf zwischen Anbietern aus dem ganzen Land.

Pascal Ebener

Für mich die grösste Motivation war der Gedanke des Generationenprojekts der Glasfasererschliessung im Oberwallis.

Von der Region für die Region

Pascal Ebener ist seit etwas mehr als zwei Jahren CEO von Valaiscom. «Für mich die grösste Motivation, diese Herausforderung anzunehmen, war der Gedanke des Generationenprojekts der Glasfasererschliessung im Oberwallis, hinter dem wir stehen», erklärt er. Gemeinsam mit der Danet AG, die wie Valaiscom eine Tochtergesellschaft der ValaisNET Holding AG ist, «sind wir eine Art Gemeinwerk, das sich um eine flächendeckende Erschliessung mit Glasfaser kümmert und das Oberwallis zu einer der besterschlossenen Regionen im ganzen Land macht». Während die Danet gemeinsam mit Swisscom für den Ausbau zuständig ist, sorgt Valaiscom für die Ausleuchtung des Netzes.

Dieses Entwicklungsprojekt, das inzwischen weit fortgeschritten ist und dessen vierte Phase bis 2031 abgeschlossen sein soll, hat zum Ziel, alle Oberwalliser Gemeinden ans Glasfasernetz zu bringen. Bereits heute sind rund 40'000 der angestrebten 60'000 Haushalte und Firmen mit dem Glasfasernetz erschlossen. «Mehr Oberwallis geht nicht», ist Ebener überzeugt. Er hebt hervor, dass die Kunden von Valaiscom mit ihren Abos einen wichtigen Beitrag zum Ausbau leisten und so die Weiterentwicklung der Region mittragen. «Ob Privat- oder Geschäftskunden, wir brauchen jeden einzelnen Kunden.»

Stabiles Internet als Hauptprodukt

Der Slogan «Hüeru güet», den Valaiscom erstmals im Jahr 2014 auf Facebook genutzt hat und den Ebener bei seinem Stellenantritt wieder aufgenommen hat, beschreibt laut ihm die Ausrichtung des Unternehmens. «Wir wollen mit diesem Spruch unsere Regionalität, unser Qualitätsdenken und unsere Flexibilität unterstreichen. Das alles zusammen ist hüeru güet», sagt er mit einem Augenzwinkern. Und damit das auch künftig so bleibt, steht die 25-köpfige Belegschaft, darunter drei Lernende, tagtäglich im Einsatz. Das Valaiscom-Team arbeitet in den Bereichen Technik, Kundendienst und Verkauf bis hin zum Marketing am Hauptsitz in Brig oder betreut die elf im Oberwallis verteilten Zentralen.

Das Hauptprodukt von Valaiscom ist das Angebot eines stabilen Internets. Darauf aufbauend stehen je nach Abo für Privat- und Geschäftskunden verschiedene Leistungen, wie etwa das TV-Erlebnis oder die Telefonie, zur Verfügung. Bei diesen Leistungen arbeitet das Unternehmen eng mit Quickline zusammen – man ist einer von insgesamt 24 regionalen Partnern und auch finanziell mit einem Aktienanteil an der Quickline Holding beteiligt. «Ein tolles Angebot», versichert Ebener. «Dahinter können wir stehen.» Am Ende gehe es darum, der Oberwalliser Bevölkerung und den Feriengästen Leistungen in bestmöglicher Qualität und in einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.

Das Internet emotionalisieren

Der Start ins Unternehmen sei für ihn intensiv und spannend gewesen. Als gelernter Elektriker und dank seiner Erfahrung im Marketing und im Vertrieb war für ihn das Geschäftsfeld zwar kein Fremdwort. Trotzdem hat ihn die Komplexität überrascht. «Was es alles braucht, damit man daheim surfen kann, hätte ich mir nie so komplex vorgestellt», betont er. Hinzu komme der Verdrängungskampf, den er von aussen gesehen ebenfalls nicht als derart ausgeprägt eingeschätzt habe. Er sei sehr froh, dass er sich auf ein motiviertes und dynamisches Team verlassen könne. «Mit Willen geht viel. Unsere Mannschaft macht einen tollen Job», umschreibt er im Sport-Jargon.

Ebener möchte, dass das Internet wieder zusammenführt, statt zu trennen. Er spricht von Emotionalisierung und meint damit den sozialen Gedanken durch gemeinsame Erlebnisse. «Dem Bild einer Familie, die gemeinsam vor dem TV sitzt und Gesehenes diskutiert, wollen wir wieder mehr Raum geben. Unsere Werbung ist darauf ausgelegt, diesem Thema einen Platz zu bieten», erklärt er. «Viele starren heute unentwegt aufs Handy oder tragen gar Kopfhörer am Mittagstisch.» Ebener nennt als Beispiel das Thema interne Kommunikation in Unternehmen. Häufig werde gefordert, dass in Firmen intern mehr kommuniziert werde. «Und was ist mit den Familien?», fragt er sich.

Pascal Ebener

Ohne die Bevölkerung im Oberwallis gäbe es die Valaiscom nicht. Jeder Kunde ist bei uns willkommen.

Treue Kunden belohnen, neue Kunden gewinnen

Ebener spricht von einer Trendwende, die man erreichen konnte. Nachdem man zuvor – wie auch die meisten anderen Anbieter – in einem gesättigten Markt Kunden verloren hatte, hat sich die Kundenzahl bei Valaiscom zuletzt wieder stabilisiert. «Wenn irgendein Anbieter mit einer neuen Promo kommt, muss man um jeden Kunden kämpfen. Der Vertrieb ist ein hartes Business», betont er. Umso wichtiger sei es, selbst attraktiv zu bleiben und Neukunden mit spannenden Angeboten zu gewinnen. Aber auch die eigenen Vorteile hervorzuheben, zu denen er den regionalen Bezug zählt. «Ohne die Bevölkerung im Oberwallis gäbe es die Valaiscom nicht. Jeder Kunde ist bei uns willkommen», sagt er abschliessend und verabschiedet sich mit einem kräftigen Händedruck.

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