Firmengründung
Bericht

saf-e bringt Sicherheit auf die Strasse

Seit Anfang 2025 plant das Visper Start-up saf-e Betriebssicherheitsanlagen für Tunnel, Strassen und Bahninfrastruktur – jene Technik, die kaum jemand zu Gesicht bekommt, ohne die aber nichts läuft. Gegründet hat das Unternehmen Daniel Fux, der zuvor bereits über 25 Jahre im Bereich der Elektro- und Steuerungstechnik unterwegs war. Im Gespräch erklärt er, was hinter dem Firmennamen steckt und warum ausgerechnet die Personalsuche die grösste Herausforderung eines Jungunternehmens wie saf-e ist.

 

«Die sieht kein Mensch», beschreibt Daniel Fux die Anlagen, mit denen er sein Geld verdient, mit einem Augenzwinkern. Konkret meint er damit Betriebssicherheitsanlagen, kurz BSA: die Lüftung im Tunnel, das Notlicht, die Signalisation an der Strasse. Ohne sie läuft nichts, aber man bemerkt sie erst, wenn sie fehlen. Fux ist Geschäftsführer und Mitinhaber von saf-e – der Name steht für «safe engineering» – und er hat sein Unternehmen genau auf diese unscheinbare, aber doch unverzichtbare Technik ausgerichtet.

Der Name ist Programm

Der Firmenname kommt nicht von ungefähr. «Sicher heisst bei uns zweierlei», sagt Fux. Sicher sei nicht nur die Anlage, sondern auch der Kunde, was den Auftrag betreffe. Oder, wie er es zuspitzt: «Wir planen nicht nur Anlagen, bei denen es um Sicherheit geht, sondern planen es auch sicher.» Ins Handelsregister eingetragen wurde saf-e am 12. September 2024 – nicht zufällig an Fux' Geburtstag. Operativ tätig ist das Unternehmen seit dem 1. Januar 2025. Seither arbeitet er zu 100 Prozent in der eigenen Firma.

Fux kommt aus jener Welt, in der er heute plant. Seit über 25 Jahren ist er im Elektrobereich unterwegs, von der Lehre bis zur Leitung grösserer Projekte. Fünf Jahre verbrachte er bei Aeschimann Automationssysteme in der Steuerungstechnik, davor über 20 Jahre in einem Elektrounternehmen in der Region. «Ich kenne alle Welten in der BSA», sagt er. Dieses Fundament wollte er in ein eigenes Unternehmen einbringen. Momentan ist saf-e ein Zweierteam – Fux übernimmt sämtliche Projektleitungen selbst, zur Seite steht ihm eine Sachbearbeiterin. Das soll sich ändern: Der Aufbau eines grösseren Teams ist erklärtes Ziel. Dabei folge er dem Motto: «Einer ist keiner.»

Daniel Fux

Wir planen nicht nur Anlagen, bei denen es um Sicherheit geht, sondern planen es auch sicher.Wir planen nicht nur Anlagen, bei denen es um Sicherheit geht, sondern planen es auch sicher.

Anspruchsvolle Personalsuche

Was saf-e plant, findet sich selten in einem Katalog. «Es ist kein Projekt wie das andere», sagt Fux. Der Fokus liegt auf der Elektrotechnik – wird etwa an einer Strasse ein neues Signal benötigt, stellt sich sofort die Frage: Wie kommt der Strom dorthin? Es braucht beispielsweise einen Baumeister, der die Rohre verlegt, und unter Umständen einen Sanitärspezialisten für eine Pumpanlage. saf-e plant nicht nur die eigene Elektrotechnik, sondern zieht auch alle weiteren Fachleute bei, die ein Projekt seitens Kunden braucht. «Wir geben dem Kunden ein sicheres Paket ab, das am Schluss auch funktioniert», so Fux.

Gerade diese Vielfalt macht die Personalsuche allerdings auch anspruchsvoll. Wen soll Fux einstellen? «Ein Bauleiter bringt vielleicht 80 Prozent des Wissens mit – es fehlen nur die 20 Prozent Elektrotechnik. Bei einem Elektro-Projektleiter ist es genau umgekehrt.» Die passende Person zu finden, sei bei einem jungen, noch wenig bekannten Unternehmen doppelt schwierig – zumal saf-e nicht mit Privatkunden arbeitet und Mund-zu-Mund-Propaganda eher schleppend funktioniert. «Wie soll ich mich bewerben, wenn ich gar nicht weiss, dass es die Firma gibt?», stellt sich Fux die Frage.

Der Standort als Vorteil

Zur Kundschaft von saf-e zählen die öffentliche Hand sowie Institutionen wie BLS, SBB oder die Matterhorn Gotthard Bahn. «Wir suchen ein möglichst breites Spektrum, damit wir breit abgestützt sind», sagt Fux. An Arbeit mangelt es nicht. Ein Wermutstropfen für ihn ist allerdings, dass heute viele Aufträge in seinem Bereich in die Deutschschweiz vergeben werden. Als ortsansässige Firma versuche saf-e, möglichst viel im Wallis zu behalten und Partner von hier zu berücksichtigen. Das gelinge häufig, aber nicht immer. Eine Stärke von saf-e sieht der Elektro-Spezialist gerade im Unterhalt bestehender Objekte, aktuell weniger bei Grossprojekten.

Den Standort Visp hat Fux bewusst gewählt. In 20 Minuten ist er in Spiez, rasch in Zermatt oder in Gondo, und der öffentliche Verkehr erschliesst den Firmenstandort gut. Unterwegs ist saf-e im ganzen Kanton – vom Genfersee bis ins Goms. Vereinzelt kommen ausserkantonale Aufträge dazu; das Netzwerk ist derzeit im Wallis und im Berner Oberland am dichtesten. Dass sich ein Teil der Arbeit – etwa das Verfassen von Berichten – heute von überall erledigen lässt, kommt Fux entgegen. Die Bauleitung dagegen erfolgt vor Ort. Das Spannende daran: «Man sieht direkt, ob sich die Planungen wie gewünscht umsetzen lassen.»

Daniel Fux

Wie soll ich mich bewerben, wenn ich gar nicht weiss, dass es die Firma gibt?

Sich als Anlaufstelle etablieren

Ohnehin hält Fux den Standort Wallis für einen Trumpf, den man gar nicht oft genug betonen könne, sagt er lachend. «Es ist ein Privileg, dort zu arbeiten, wo andere Ferien machen.» Der Haken: Fachleute lassen sich nur schwer ins Wallis holen – es sei denn, es sind Heimwehwalliser. Noch ist saf-e ein Zweierteam. Doch das Ziel für die nächsten Jahre lautet: ein Team von rund fünf Personen, das sich einen Namen gemacht und sich als Anlaufstelle etabliert hat – im Wallis wie bei ausserkantonalen Aufträgen. «Was versprochen wurde, soll auch geliefert werden», sagt Fux. Denn eines steht fest: Bei saf-e wird nicht nur Sicherheit geplant, sondern auch sicher geplant.

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