Wirtschaftsentwicklung
Veranstaltung

Wie sich Oberwalliser Betriebe krisensicher machen

Am 1. Oktober 2026 ist im World Nature Forum (WNF) in Naters der diesjährige Impulsabend des Netzwerks Gewerbe Oberwallis auf dem Programm gestanden. 75 Teilnehmende gingen der Frage nach, was Oberwalliser Unternehmen widerstandsfähig gegen Krisen macht, und holten sich Tipps und Tricks für einen langfristigen Unternehmenserfolg.

Covid, hohe Energiepreise oder gestörte Lieferketten: Externe Schocks treffen Unternehmen immer wieder. Ob ein Betrieb eine solche Phase gut übersteht, hängt nicht nur von aussen ab. Verschärft werden Krisen oft durch interne Koordinationsprobleme, Missverständnisse und fehlendes Vertrauen. «In der heutigen vernetzten Welt können bereits Krisen auf der anderen Seite des Erdballs grosse Auswirkungen bis ins Oberwallis haben. Es ist deshalb wichtig, sich auch im eigenen Unternehmen Gedanken darüber zu machen, wie man bei unerwarteten Krisen erfolgreich weiterfunktionieren kann», so Ralph Kummer, Präsident des Gewerbevereins Naters und Vorsitzender des Netzwerks Gewerbe Oberwallis (GOW).

Vertrauen entsteht weit vor der Krise

Den Einstieg in den Abend lieferte Prof. Manuel Grieder, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der FernUni Schweiz in Brig. Unter dem Titel «Robust in Krisenzeiten: Was stabile Zusammenarbeit ausmacht» zeigte er, weshalb eine Krise vor allem dann zum Problem wird, wenn sie Unsicherheit über die gemeinsame Zukunft schafft. Mitarbeitende fragen sich dann, welche Rollen und Erwartungen neu gelten und ob sich ihr heutiger Einsatz auch morgen noch auszahlt. Grieder betonte: «Kommunikation, Klarheit und Vertrauen sind unter solchen Bedingungen besonders wichtig.»

Klarheit heisse dabei nicht, jede mögliche Situation im Voraus zu regeln. Robuster als detaillierte Regelkataloge seien verständliche gemeinsame Prinzipien. Diese können durch gemeinsame Antworten auf zentrale Fragen entstehen: Was erwarten wir voneinander? Was haben wir einander zugesagt? Wie tragen wir die Kosten der Krisenbewältigung, und wie verteilen wir mögliche künftige Gewinne? Die Unternehmenskultur entscheidet schliesslich, ob Mitarbeitende an die Tragfähigkeit dieser Prinzipien glauben und in schwierigen Zeiten zusätzlichen Einsatz leisten. Grieders Fazit: Krisenfestigkeit entsteht vor der Krise.

Podiumsgespräch mit viel Erfahrung aus der Praxis

Im anschliessenden, von Bruno Kalbermatten moderierten Podiumsgespräch vertieften Marcelline Kuonen (Kanal 9), Lukas Kalbermatten (Hotel Momentum) und Daniel Aufdenblatten (Air Zermatt) das Thema aus Sicht von Oberwalliser Unternehmen. Sie brachten spannende Einblicke aus der Praxis ein und berichteten über ihren Umgang mit Krisen und schwierigen Situationen. «Beim Podiumsgespräch zeigte sich, dass die Unternehmenskultur entscheidend ist, wie gut ein Betrieb eine Krise bewältigen kann», resümierte Kevin Fux, Geschäftsführer des Netzwerks GOW und Projektleiter beim Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis (RWO).

Was ist GOW?

Nachdem sie im Jahr 2020 aufgrund der Coronakrise bereits beim Projekt Bernstein und für die begleitende Kampagne «zämu fer iischi Region – jezz hiä chöüffu» zusammenrückten, haben sich sieben Oberwalliser Gewerbevereine im Frühjahr 2021 zum Netzwerk Gewerbe Oberwallis (GOW) zusammengeschlossen. Folgende Vereine mit insgesamt über 1000 Mitgliedern zählen heute zum Netzwerk dazu: Aletsch-Goms, Naters, Brig-Glis, Visp, Raron-Niedergesteln (Ecoumra), Leukerbad und Zermatt. Die Geschäftsführung von GOW wird durch das Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis (RWO) wahrgenommen.

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