Unternehmertum
Bericht

Zermatt IT sorgt für digitale Stabilität im Weltkurort

Seit knapp fünf Jahren trägt die Zermatt IT AG einen wesentlichen Teil zum reibungslosen Betrieb der Informatik-Infrastruktur am Fuss des Matterhorns bei – 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. «Zermatt schläft nie», sagt Geschäftsführer Matthias Amacker. Welche besonderen Herausforderungen die Arbeit der IT-Spezialisten im Tourismushotspot prägen und wie sich sein Unternehmen entwickelt, berichtet er im Gespräch.  

Die Zermatt IT AG trägt das Matterhorndorf prominent in ihrem Firmennamen. Doch wie viel Weltkurort steckt tatsächlich im Unternehmen? «In uns steckt insofern Zermatt drin, als dass unser Angebotsportfolio durch die Bedürfnisse der Kunden hier entstanden und gewachsen ist. Das Gute daran ist, dass davon auch Kunden von ausserhalb profitieren können», antwortet Geschäftsführer Matthias Amacker auf die Frage. Zermatt IT mit Sitz an der Schluhmattstrasse besteht seit dem Jahr 2021. Damals wurde die frühere interne IT-Abteilung der Zermatt Bergbahnen als 100-prozentige Tochtergesellschaft ausgelagert und mit einem externen IT-Betrieb vereint.

Matthias Amacker

Wir können schnell aufs Velo steigen und sind bei Bedarf in fünf Minuten vor Ort.

Bei Bedarf in fünf Minuten vor Ort

Es kommt im Unternehmen einiges an Know-how zusammen. «Wir können auf über 20 Jahre Erfahrung im Bereich der IT-Dienstleistungen zurückblicken.» In einem Bereich, der sich, wie Amacker erklärt, seither laufend weiterentwickelt habe. Zwar sind die Zermatt Bergbahnen bis heute ein wichtiger Kunde geblieben, in der Zwischenzeit ist die Kundschaft aber stetig gewachsen. Das Angebot umfasst eine breite Palette. «Wir bieten alles an, was KMU, Hotelbetriebe, Ferienwohnungen oder auch Privatkunden benötigen. Das reicht von Hosted Server und Backup-Lösungen über Netzwerk, WiFi und Smart-House-Angeboten bis hin zu Beratung und Verkauf von Hardware und Software.»

Zermatt IT ist einer von gut einer Handvoll Mitbewerbern am Tourismushotspot. Mit ihnen teilt die Firma die Nähe zur Kundschaft als entscheidenden Vorteil. Die Kundenbeziehung ist denn auch ein wesentliches Puzzleteil des unternehmerischen Erfolgs. «Wir können schnell aufs Velo steigen und sind bei Bedarf in fünf Minuten vor Ort. In Notfällen, die den ordentlichen Betrieb bei einem Kunden stören oder verhindern, sind wir zudem 24/7 erreichbar. Das ist in einer Destination wie Zermatt entscheidend. Zermatt schläft nie», betont Matthias Amacker. «Mit unserem Kerngeschäft sorgen wir dafür, dass unsere Kunden ihrem Kerngeschäft nachgehen können», bringt er es auf den Punkt.

Ein IT-Unternehmen mit Heimkühen

Das Zermatter IT-Unternehmen kann sich auf ein Team von 11 Personen stützen, wozu Festangestellte, Freelancer und Auszubildende zählen. Alle zwei Jahre schreibt das Unternehmen eine neue Lehrstelle aus. Im August 2026 wird das Team dadurch auf 12 Personen anwachsen. Was Amacker persönlich besonders freut: Es wird erstmals eine Lernende im Unternehmen einsteigen – im männerdominierten IT-Geschäft stellt das nach wie vor eine Ausnahme dar. Da Fachkräfte in Zermatt rar gesät sind und sich die Rekrutierung qualifizierter Spezialisten generell schwierig gestaltet, ist die Nachwuchsförderung umso wichtiger. «Darauf legen wir grossen Wert.»

Er könne sich gemeinsam mit Dominic Julen, der für die Leitung des ICT-Betriebs zuständig ist, auf ein eingespieltes Team stützen, freut sich Amacker. «Viele der Angestellten sind schon lange dabei. Und unser Team ist bestens ausgebildet. Sich laufend weiterzubilden, gehört dazu und wird von uns gezielt gefördert.» Die meisten Mitarbeitenden seien «Heimkühe» und eng mit Zermatt verbunden, sagt der gebürtige Eischler lachend. Diese Verbundenheit sei wohl auch eine Sonderheit des Wallis. «Man setzt hier noch eher auf regionale Partner. Davon können Unternehmen aus der Region profitieren», benennt er einen Vorteil des Wirtschaftsstandorts.

Für Krisensituationen gewappnet

Ein wichtiger Meilenstein in der noch jungen Firmengeschichte von Zermatt IT war der Aufbau und die Inbetriebnahme eines eigenen Rechenzentrums im Jahr 2024. Damit habe das Unternehmen die Attraktivität seiner Dienstleistungspalette steigern können, ist Matthias Amacker überzeugt. Aktuell sei man zudem dran, die Internetverbindung durchs Mattertal nach Zermatt besser abzustützen. «Ohne Internet geht nichts mehr. Mit einer redundanten Verbindung über eine zweite Zugangsroute ins Dorf soll bei Ausfällen durch Naturereignisse für zusätzliche Sicherheit gesorgt werden.»

Wie wichtig ein durchdachtes Risikomanagement – gerade auch für IT-Infrastruktur – ist, hat erst im April 2025 ein länger andauernder Stromausfall in Zermatt gezeigt. Ursache waren intensive Schneefälle, die Leitungen beschädigt haben. Matthias Amacker sagt dazu: «Wir hatten über 40 Stunden keinen Strom. Um Situationen wie diese zu überbrücken, ist unser Rechenzentrum für Notfälle mit einem Dieselgenerator ausgerüstet, der dafür gesorgt hat, dass alles über die gesamte Dauer reibungslos weitergelaufen ist.»

Matthias Amacker

Grundsätzlich geht es in eine sehr gute Richtung. Wir gewinnen regelmässig neue Kunden dazu.

Mit Blick über den Tourismushotspot hinaus

Mit der Entwicklung der Zermatt IT AG in der Zeit seit der Gründung im Jahr 2021 ist Matthias Amacker zufrieden. «Grundsätzlich geht es in eine sehr gute Richtung. Wir gewinnen regelmässig neue Kunden dazu.» Wenn diese positive Entwicklung auch künftig anhält, will der Geschäftsführer gemeinsam mit seinem Team den guten Ruf des Unternehmens weiter festigen und den Kundenstamm kontinuierlich vergrössern. Auch ausserhalb des Dorfes Zermatt – bereits heute zählen einige Unternehmen aus Leukerbad oder Visp dazu. Die Marschrichtung ist damit abgesteckt: weiter gesund wachsen und dabei einen Blick über das Matterhorndorf hinauswagen.

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